August in Deutschland

Der japanische August: Heißester Monat des Jahres, Feuerwerke, Sommerfeste, Musikfestivals. Viele meiner europäischen Freundinnen versuchen im Sommer der japanischen Hitze zu entfliehen, ich finde den Sommer inzwischen gar nicht mehr so schrecklich – zumal er dieses Jahr für japanischen Verhältnisse eher kühl war.

Trotzdem waren mein Sohn und ich diesen August für fast drei Wochen in Deutschland. Der Grund war schlicht ein Familienfest, an dem ich teilnehmen wollte. Ganz ehrlich: Zweieinhalb Wochen haben uns auch gereicht. Natürlich freue ich mich riesig, Familie und Freunde zu treffen. Nur das ganze Ringsherum – um nicht zu sagen “Deutschland” – brauche ich nicht wirklich.

Selbstverständlich möchte ich euch nicht euer Land erklären (meins ist es nach 15 Jahren in Japan nicht mehr so wirklich), aber anbei ein paar unsortierte Gedanken zu dieser “Heimreise”.

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Strenger, teurer: Wie Japan seine Einwanderungsregeln verschärft

Letztes Jahr verzeichnete die rechtsradikale Sanseitō (参政党; Politische-Teilnahme-Partei) bei der Oberhauswahl starken Zuwachs. Die u.a. mit der AfD verbandelte Partei hatte sich den Slogan “Japanese First” (日本人ファースト; bezieht sich ausdrücklich auf japanische Bürger) auf die Fahnen geschrieben und damit vergleichsweise gut abgeräumt. In ihrem Wahlprogramm fanden sich Perlen, die Björn Höcke wahrscheinlich Freudentränen bescheren würden.

Unsere Regierungspartei, die LDP (Liberal Democractic Party, bzw. auf Japanisch 自由民主党 Jiyūminshutō) bekam offenbar Muffensausen und versucht nun diese Wähler zu erreichen.

Seitdem geistern so schöne Phrasen wie 外国人対策 (Gaikokujintaisaku; Maßnahmen gegen Ausländer) durch die Presse und wir haben jetzt eine Ministerin für die Förderung einer geordneten Koexistenz mit Ausländern (外国人との秩序ある共生社会推進担当大臣 Gaikokujin to no Chitsujo aru Kyōsei Shakai Suishin Tantō Daijin).

Klar, Politiker reden viel, wenn der Tag lang ist. Der Wahlerfolg unserer Premierministerin scheint zu bezeugen, dass zumindest die Laberei funktioniert. Aber was wird konkret gemacht?

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Migranten in Japan: Der ständige Vergleich

In meinen Jahren in Japan ist mir immer wieder aufgefallen, wie viele Migranten meinen, sich mit allen anderen Migranten vergleichen zu müssen. Das beginnt meist beim Kennenlernen: Und, wie viele Jahre bist du schon in Japan? Oh, was hat dich hierhin verschlagen? Hast du dich schon eingelebt? Sprichst du Japanisch? Wie gut? Hast du japanische Freunde? Auch japanische Freunde, mit denen du Japanisch sprichst? Als was arbeitest du?

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