Letztes Jahr verzeichnete die rechtsradikale Sanseitō (参政党; Politische-Teilnahme-Partei) bei der Oberhauswahl starken Zuwachs. Die u.a. mit der AfD verbandelte Partei hatte sich den Slogan “Japanese First” (日本人ファースト; bezieht sich ausdrücklich auf japanische Bürger) auf die Fahnen geschrieben und damit vergleichsweise gut abgeräumt. In ihrem Wahlprogramm fanden sich Perlen, die Björn Höcke wahrscheinlich Freudentränen bescheren würden.
Unsere Regierungspartei, die LDP (Liberal Democractic Party, bzw. auf Japanisch 自由民主党 Jiyūminshutō) bekam offenbar Muffensausen und versucht nun diese Wähler zu erreichen.
Seitdem geistern so schöne Phrasen wie 外国人対策 (Gaikokujintaisaku; Maßnahmen gegen Ausländer) durch die Presse und wir haben jetzt eine Ministerin für die Förderung einer geordneten Koexistenz mit Ausländern (外国人との秩序ある共生社会推進担当大臣 Gaikokujin to no Chitsujo aru Kyōsei Shakai Suishin Tantō Daijin).
Klar, Politiker reden viel, wenn der Tag lang ist. Der Wahlerfolg unserer Premierministerin scheint zu bezeugen, dass zumindest die Laberei funktioniert. Aber was wird konkret gemacht?
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